Biobasierte Schmier- und Verfahrensstoffe in der nachhaltigen öffentlichen Beschaffung

  Kuchendiagramm des Ölmarkts

Mit dem Einsatz umweltschonender Schmier- und Verfahrensstoffe können Schäden an der Umwelt sowie Gesundheitsrisiken minimiert werden. Trotz der nachgewiesenen technischen Leistungsfähigkeit biobasierter Schmierstoffe, stagniert deren Absatzmenge. Ziel der Studie ist die Erfassung der Substitutionspotenziale für Bio-Hydraulikölen im Rahmen von Bauvorhaben des Bundes.

 
Nutzen Vorgehen
Detaillierte Ermittlung des Hydraulikölverbrauches verschiedener Baumaschinen Recherche zum Ölverbrauch pro Stunde
Erfassung des Hydraulikölbedarfs bei Bauvorhaben des Bundes Aufschlüsselung der eingesetzten Baumaschinen und deren Einsatzdauer
Klassifizierung der Bauvorhaben in Hinblick auf den Hydraulikölverbrauch Erstellung von Beispielrechnungen

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Bestandsaufnahme und Handlungsempfehlungen

In unterschiedlichsten technischen Anwendungen werden umweltschonende Schmier- und Verfahrensstoffe eingesetzt. Besonders in mobilen Arbeitsmaschinen besteht das Bestreben, Bioschmierstoffe weiter zu etablieren. Durch unvorhersehbare Unfälle sowie Leckagen gelangt jährlich ein erheblicher Anteil, an Schmierstoffen (ca. 500.000 t) in die Umwelt. Daraus resultiert die Kontaminierung der betroffenen Umgebung. Aus diesem Grund müssen beispielsweise Böden nach dem Kontakt mit Hydrauliköl aufwendig aufgearbeitet werden damit sie wieder den ursprünglichen natürlichen Zustand erreichen. Biobasierte Hydrauliköle minimieren dieses Problem durch ihre biologische Abbaubarkeit und ihre Antitoxizität. Zudem bestehen biobasierte Schmierstoffe aus mindestens 25 % erneuerbaren Bestandteilen, was sich positiv auf die Ökobilanz der Fluide auswirkt. Neben den Vorteilen für Mensch und Umwelt bieten sie zudem eine Reihe von technischen Vorteilen. Trotz der nachgewiesenen Leistungsfähigkeit umweltschonender Schmier- und Verfahrensstoffe stagniert das Wachstum des Marktanteils der Bioschmierstoffe. Der Marktanteil liegt bei einem nahezu konstanten Wert von 4 – 5 %.

 

Ermittlung des Hydrauliköl-Verbrauches verschiedener Baumaschinen

Ölbproben Ölbproben

Der Ölverbrauch von Baumaschinen gibt Aufschluss über das Substitutionspotenzial der Bioschmierstoffe. Betrachtet wird hierbei das Fassungsvolumen der jeweiligen Hydrauliktanks und den vom Hersteller vorgeschlagenen Wechselintervallen. Dadurch kann der Hydrauliköl-Verbrauch pro Stunde verschiedener mobiler Arbeitsmaschinen berechnet werden. Folglich wird eine Datenbank erstellt welche die Verbräuche diverser Arbeitsmaschinen, verschiedener Hersteller aufzeigt. Zusätzlich zu häufig verwendeten Baumaschinen wie zum Beispiel Mobilbagger oder Radlader, wird ein besonderes Augenmerk auf Arbeitsmaschinen des Straßenbaus gelegt. In dieser Sparte ist durch die große Wärmebelastung (bspw. durch heißen Asphalt) mit einer schnellen Ölalterung und dadurch mit kurzen Wechselintervallen zu rechnen.

 

Hydraulikölverbrauch bei Bauvorhaben des Bundes

Um das Substitutionspotenzial von Bio-Hydrauliköl bei Bauvorhaben des Bundes zu ermitteln werden unterschiedliche Bauvorhaben in Hinblick auf ihren Hydraulikölverbrauch betrachtet. Hierzu werden unterschiedliche Bauprojekte analysiert wie beispielsweise Autobahnbrückenbauten, sozialer Wohnungsbau oder Straßensanierungen. Resultierend aus dem Ölverbrauch und der Baufläche lassen sich Beispielrechnungen zu den Projekten erstellen, welche den Ölverbrauch pro Baufläche aufschlüsseln. Dadurch ist es möglich verschiedene Bauprojekte des Bundes in Hinblick auf ihr Substitutionspotenzial zu klassifizieren.

 

Danksagung

Das Forschungsprojekt NoeBio wird von der Fachagentur Nachwachsender Rohstoffe e.V. (FNR) gefördert. Es handelt sich um ein Verbundvorhaben, welches das ifas zusammen mit der Technik Arbeit Transfer gGmbH (TAT) bearbeitet.